Buchstäblich mein Leben

Eva Gutowskis „Literally My Life“ ist ein verspielter, aber aufschlussreicher Kommentar zum starken Kontrast zwischen den kuratierten Online-Personas, die Menschen in sozialen Medien erstellen, und ihren realen Erfahrungen. Das Lied beginnt damit, dass der Protagonist im Bett liegt und vom Schein eines Bildschirms beleuchtet wird, was auf eine Beschäftigung mit der digitalen Welt schließen lässt. Die Texte stellen das scheinbar perfekte Leben, das online dargestellt wird – komplett mit Stränden, Haute Couture und Luxusautos –, den banaleren und manchmal enttäuschenden Aspekten des Alltags gegenüber, wie Make-up-Problemen und der Unfähigkeit, einen romantischen Partner zu finden.

Der Refrain, der den Satz „Buchstäblich mein Leben ist“ wiederholt, gefolgt von zwei gegensätzlichen Szenarien, unterstreicht die Dualität der Existenz des Sängers. Auf der einen Seite gibt es das ehrgeizige Leben, das „auf dem Bildschirm neu gebloggt“ wird, und auf der anderen Seite die Realität von Secondhand-Läden, Fast Food und Familienautos. Diese Dichotomie weist auf den Druck hin, einem idealisierten Image gerecht zu werden, und auf die oft unerreichbaren Schönheits- und Lebensstilstandards, die von Influencern und Prominenten wie Kylie Jenner, auf die sich der Song bezieht, aufrechterhalten werden.



Gutowskis Lied berührt auch den performativen Charakter der sozialen Medien, wo alles für Likes und Shares inszeniert wird. Die Erwähnung von „Zielen“ und „AF“ (als f***) spiegelt die Sprache der sozialen Medien wider und betont das Streben nach Perfektion. Das Lied endet jedoch mit einer Note, die den Hörer zu den einfachen Freuden des wirklichen Lebens zurückführt, wie Yogahosen, Schultänze und nächtliches Netflix. Es ist eine Erinnerung daran, dass die Online-Welt zwar umwerfend sein kann, aber auch in den weniger glamourösen Aspekten des täglichen Lebens Authentizität und Freude zu finden sind.